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„Wieviel Staat braucht die Krise?“


Der Bock als Gärtner

Die Schlagzeilen zur Weltfinanzkrise verkünden unisono: „Der Kapitalismus hat versagt / Es wurde zu wenig reguliert / Nur der Staat kann der Retter sein.“ Wären das nur politische Parolen, könnte man sich trösten, denn Politik und Wahrheit waren noch nie Brüder. Fatal aber ist, dass auch fast alle Ökonomen in diese Melodie einstimmen. Und die ist schrecklich falsch. In Wahrheit hat nicht der Kapitalismus versagt, sondern – wieder einmal – der Sozialismus. Der Lebenssaft der Marktwirtschaft ist das Geld. Und das besteht seit dem Ende des echten Marktgeldes (des Goldes) aus staatsmonopolistischem Falschgeld in Form deckungsloser Papierfetzen und ankerloser Kredite. Der wichtigste Preis in einer Marktwirtschaft ist der Preis des Geldes, der Zins. Und ausgerechnet der wird von den Notenbanken zentralplanwirtschaftlich diktiert. So werden a) der Blutkreislauf des Kapitalismus sukzessive vergiftet und b) seine Preissignale permanent falsch gestellt. Das kann letztlich nur im Zusammenbruch enden.

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„Vivisektion des Gutmenschentums“ – Teil IV


Warum es nicht gut ist, Politik mit Mitteln der Moral zu praktizieren

Handeln auf Kosten anderer ist problematisch. Politik ist deshalb seit je eine zweischneidige Angelegenheit, denn sie ist immer nur auf Kosten anderer zu betreiben. Bei ordnungs- und sicherheitspolitischen Aktivitäten mag man im Urteil noch schwanken, weil die These, Ordnung und Sicherheit seien den meisten Bürgern „etwas wert“, diskutierbar ist. Bei Maßnahmen mit Umverteilungswirkung aber – und das trifft auf fast die gesamte Politik zu – muss das Urteil kompromisslos ausfallen: unmoralisch und daher illegitim.

Moral erstirbt, wenn Menschen bei ihren Entscheidungen nicht die eigenen Mittel einsetzen und die Konsequenzen ihrer Entscheidungen nicht selbst tragen müssen. Moralische Prinzipien wie Ehrlichkeit, Friedlichkeit und Freiwilligkeit werden entweder befolgt oder aufgegeben. Kompromisse kann es hier nicht geben. Der Sozial- und Wohlfahrtsstaat hingegen beruht auf „moralischen Kompromissen“ — also auf einem Aufgeben moralischer Prinzipien. Wo immer man die Verbindung zwischen Beitrag und Belohnung, Leistung und Nutzen, oder Kosten und Ertrag kappt, wie das dem Sozialstaat systemimmanent ist, hat man den Hauptantriebsriemen jenes Generators zerstört, der Moral erzeugt.

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„Wie wir uns betrügen — Wohlfahrtsverwahrlosung“ (Teil 1)

Die Wohlfahrt westlicher Staaten scheint groß. Dennoch klagen viele. Sie fühlen sich betrogen. Das werden sie auch, aber anders, als sie denken. Eine neue Serie zum Thema.

Der Wohlfahrtsstaat ist ein Illusionsgebäude. Die Verfäl­schung der Begriffe — und somit auch des Denkens — ist zugleich Bedingung und Folge seines Wachstums. Das be­ginnt beim falschen Etikett „Solidarität“. Diese kann nur als freiwillige, individuelle Entscheidung ausgeübt werden. „Erzwungene“ oder „kollektive Solidarität“ ist ein Widerspruch in sich. Statt der angeblichen „Solidargemeinschaft“ erzeugt der Wohlfahrtsstaat rivalisierende Interessengrup­pen im Kampf um staatliche Zuwendungen und Privilegien.

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„Gender Mainstreaming: Mao, Marx und Männerhass – Was der feministische Kassenschlager wirklich bedeutet“

Roland Baader mit zwei seiner Kinder auf der Fähre im Urlaub auf Amrum

Die Schwerstbeschädigung der Vertragsfreiheit durch die Antidiskriminierungsgesetze ist nicht das einzige Unheil, das – ausgehend von den Vereinten Nationen und verbindlich gemacht von der Europäischen Kommission – Europa heimsucht. Seit Jahren, wenngleich erst jetzt allmählich öffentlich thematisiert, gehört zur geistigen Pathologie des totalen Gleichheitswahns auch das sogenannte „Gender Mainstreaming“. Es wurde 1985 erstmals auf der 3. Weltfrauenkonferenz der UN als politische Strategie vorgestellt, auf der 4. Konferenz 1995 als verbindlich für alle Mitgliedstaaten erklärt und 1999 in den beschäftigungspolitischen Leitlinien der EU verankert sowie im Amsterdamer Vertrag verpflichtend für alle Mitgliedstaaten festgeschrieben. Kurz danach beschloss das Kabinett der deutschen Bundesregierung, die Gleichstellung von Männern und Frauen vermittels der Strategie des „Gender Mainstreaming“ zu fördern. Continue reading „Gender Mainstreaming: Mao, Marx und Männerhass – Was der feministische Kassenschlager wirklich bedeutet“

Ozeane aus Scheingeld

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Smart Investor sprach mit Roland Baader, einem der bekanntesten Vertreter der Austrian Economics hierzulande, über die ideale Österreichische Welt, gutes und schlechtes Geld, und seine Vision für das 21. Jahrhundert.

Smart Investor: Herr Baader, Smart Investor stellt sich in der aktuellen Ausgabe die Frage nach der idealen Österreichischen Welt. Wie würde sich in einer solchen Welt die Unternehmenslandschaft darstellen?

Baader: Unternehmen wären eher kleiner, aber vor allem wären es viel, viel mehr als heute. Man kann allerdings auch hier nicht vollständig auf Großkonzerne verzichten. Die Produktion von Flugzeugen, Eisenbahnen oder auch Autos erfordert ungeheuer viel Kapital – kleine, eigentümergeführte Unternehmen könnten dies kaum stemmen. Im Übrigen wäre die Zahl der Großkonzerne gering.

Smart Investor: Würde sich auch die Organisationsstruktur der Unternehmen ändern?

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Du sollst produktiv sein!

Über die christlichen Wurzeln der Marktwirtschaft

In seiner „Ethik“ schreibt der katholische Theologe Romano Guardini, dass ausgerechnet Nietzsche konstatiert habe, der moderne Mensch wisse gar nicht, wie sehr er vom Erbe des Christentums zehre. „Alle unsere sittlichen Begriffe“, so Guardini, „alle sie begründenden Werte, alle unser Dasein tragenden individuellen wie sozialen Handlungen stehen ja doch im Erbgang des Christentums. Die Axiome der Unantastbarkeit der Person, … der Freiheit und Ehre jedes Menschen, … der grundsätzlichen Gleichberechtigung jenseits von Privileg und Begabung … die Wahrheit des Wortes und die Verlässlichkeit des Vertrages — das und vieles sonst enthält … die Wirkungen von vielen Jahrhunderten christlicher Gewissensbildung und Menschenformung.“ Guardini trifft hier einen wichtigen Punkt. Es ist plausibel, dass die Ideen der Unantastbarkeit der Freiheit, des Lebens, Denkens, Glaubens und des Eigentums einen religiösen Ursprung haben und erst später von liberalen Denkern aufgenommen und säkularisiert wurden.

Etwas plakativer formuliert kann man drei elementare Bedingungen einer freien Gesellschaft und somit auch deren wirtschaftlicher Verfassung — der Marktwirtschaft — benennen, die allesamt zugleich im biblischen Dekalog ihre Manifestation gefunden haben: 1. Unantastbarkeit des Eigentums („Du sollst nicht stehlen“ und „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut“), 2. Ehrlichkeit, und somit Verlässlichkeit des Vertrages („Du sollst kein falsches Zeugnis geben…“), und 3. die hohe Wertschätzung der Familie („Du sollst Vater und Mutter ehren…“). Im Jargon der modernen Soziologie könnte man von der Familie als der unerlässlichen Einübungsinstitution für die kulturelle Sozialisation einer jeden Person reden.

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Roland-Baader-Treffen 2017

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Auch im Jahre 2017 treffen sich die Freunde der Freiheit und des wortgewaltigen wie charismatischen Publizisten Roland Baader Mitte Februar – am Wochenende nach seinem Geburtstag (14.2.) – wieder in dessen Heimatgemeinde. In bester Tradition hat es Steffen Krug vom Institut für Austrian Asset Management wieder einmal geschafft, mit Gerd Habermann und Robert Nef zwei absolut hochkarätige Redner an Bord zu holen.

Am 18. Februar 2017 werden im Hotel Cristall in Waghäusel-Kirrlach ab 16 Uhr zunächst Prof. Dr. Habermann und ab ca. 17 Uhr Robert Nef, der Roland-Baader-Preisträger 2016, über den Sozialstaat – den vermeintlichen Wohlfahrtsstaat – referieren; in Anlehnung an Roland Baaders Werk „Fauler Zauber – Schein und Wirklichkeit des Sozialstaats“ von 1997. Continue reading Roland-Baader-Treffen 2017

Nachrufe: Solschenizyn und Rohrmoser

Alexander Issajewitsch Solschenizyn – Ein „großer Russe“ ist gegangen 

Am 3. August 2008 verstarb im Alter von 89 Jahren Alexander Issajewitsch Solschenizyn. Er wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs verhaftet und wegen brieflicher Kritik an Stalin zu acht Jahren Haft verurteilt, die er in Zwangslagern, im Gulag, verbrachte. 1953 wurde er zwar aus der Lagerhaft entlassen, aber auf Lebenszeit verbannt. 1957 wurde die Verbannung aufgehoben und Solschenizyn rehabilitiert. Seine traumatischen Erlebnisse verarbeitete er in der Erzählung „Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch“, die er 1962 in der Literaturzeitschrift „Nowij Mir“ veröffentlichen durfte. Nikita Chruschtschow, der den Stalin-Kult beenden wollte, hatte die Publikation genehmigt.

Die Erzählung war eine Art Vorläufer für das 1974 erscheinende monumentale Werk „Archipel Gulag“, in welchem System und Schrecken der sowjetischen Straflager beschrieben wurden. Es zirkulierte zunächst als Untergrundpublikation. Der KGB bekam jedoch Wind davon und verhaftete eine der vier Frauen, die das Manuskript abgetippt hatten. Nach fünftägigem Verhör verriet sie das Versteck des Typoskripts und erhängte sich danach. Obwohl Solschenizyn einige Jahre vorher (1970) der Nobelpreis für Literatur verliehen worden war, wurde er im Februar 1974 aus der Sowjetunion ausgewiesen. Über Zwischenstationen in Deutschland bei Heinrich Boll und Zürich führte ihn sein Weg in die USA, wo er 17 Jahre lang abgeschieden lebte.

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Eurokritiker Baader: Deutschland wird zum Armenhaus

Wie sagte der französische Ökonom Frédéric Bastiat? Ökonomie ist die Lehre von dem, was man nicht sieht. Man sieht eben kaum, wie Europas Einheitszins die PIIGS-Staaten – Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien – in Blasenökonomien verwandelt hat. Wie die Einheitswährung dazu führt, dass Deutschland die Ersparnisse seiner Bürger über Leistungsbilanzüberschüsse an die Luderstaaten verschenkt, und wie der kreditfinanzierte Scheinreichtum im Bankrott münden wird. Erst bei den PIIGS, dann bei uns.

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Treffen mit Hans-Hermann Hoppe

Ein „liebenswerter Kotzbrocken“ (2009)

Der erste Besuch von Hans Hoppe in meinem Heimat- und Wohnort Waghäusel (Nordbaden, Deutschland) erfolgte im Juni 1995. Uta, meine geliebte Frau, lebte damals noch. Sie zeigte Hans voll Stolz den von ihr hingebungsvoll gepflegten Garten und fragte: „Gefällt er Dir?“ Hans, trocken und kurz: „Ja“. Ein wenig später machte Uta eine tänzerische Pose und fragte: „Gefalle ich Dir?“ Hans: „Ja“. Am Abend bereitete Uta ein köstliches Essen. Gespannt blickte sie auf den Gast und fragte schließlich: „Schmeckt es Dir?“ Hans: „Ja“. Darauf Uta: „Hans, Du bist ein Kotzbrocken, aber der liebenswerteste Kotzbrocken, den ich kenne. Ich liebe Dich trotzdem.“

Wir hatten in jenen Tagen den Pudel Olga von Professor Gerard Radnitzky als Pensionsgast im Haus. Ich setzte Olga auf einen Terrassenstuhl neben Hans und sagte: „Dies ist ein hochakademischer Pudel. Er besteht auf professoralem Umgang.“ Kommentar Hans Hoppe: „Es ist a priori wahr und bedarf keiner Falsifizierung, dass ein Pudel kein Mensch ist und somit auch kein Wissenschaftstheoretiker sein kann. Aber wenn er mag, darf er sitzen bleiben.“

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„Geld, Moral, Zivilisation – Ein Neuanfang ist vonnöten“

„Le Grand Diable d’Argent Patron de la Finance“, handkolorierter Kupferstich eines unbekannten Künstlers, Frankreich, frühes 19. Jahrhundert. Leute aller Berufe verfolgen den fliegenden Geldteufel.
„Le Grand Diable d’Argent Patron de la Finance“, handkolorierter Kupferstich eines unbekannten Künstlers, Frankreich, frühes 19. Jahrhundert. Leute aller Berufe verfolgen den fliegenden Geldteufel.

Wie wir aus den Studien des großen Ökonomen und Sozialphilosophen Friedrich August von Hayek wissen, tragen die drei Säulen einer jeden erfolgreichen Zivilisation die Namen Eigentum, Familie und Ehrlichkeit (Vertragseinhaltung). Man könnte das auch so formulieren: Freiheit und Zivilisation erfordern die allgemeine Gültigkeit einer bestimmten Moral.

Der Familie geht es an den Kragen

„Es ist eine Tatsache“, schreibt Hayek, „dass Freiheit ohne tief eingewurzelte moralische Überzeugungen niemals Bestand gehabt hat und Zwang nur dort auf ein Mindestmaß herabgesetzt werden kann, wo zu erwarten ist, dass die Individuen sich in der Regel freiwillig nach gewissen Grundsätzen richten.“ Und an anderer Stelle schreibt er: „Ich glaube fest daran, dass für die Erhaltung unserer Zivilisation die Weitergabe von Anschauung und Moral durch die Familie absolut wesentlich ist.“ Genau diese Institution, die Familie, aber ist es, deren Zerstörung auf dem Herrschaftsprogramm des Staates steht, denn je mehr die Menschen auf den Staat angewiesen sind, desto größer und mächtiger kann er werden. Er fürchtet nichts mehr als Leute, die ihn nicht brauchen und sich selbst helfen können. Ein Autor (Vedran Vuk) hat das einmal in den kurzen Satz gegossen: „Der Tod der Familie ist das Leben des Staates“. Continue reading „Geld, Moral, Zivilisation – Ein Neuanfang ist vonnöten“

„Der Krieg gegen die Familie“

Roland Baader mit zwei seiner Kinder auf der Fähre im Urlaub auf Amrum

Einer der bedeutendsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts, der Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek, hat sich einmal der Mühe unterzogen, in den Geschichtsbüchern über mehrere Jahrtausende hinweg zu eruieren, was erfolgreiche Gesellschaften von solchen unterschieden hat, die alsbald – in historisch relevanten Zeiträumen – wieder untergegangen sind. Er habe, so Hayek, drei Elemente gefunden, welche die erfolgreichen Gesellschaften charakterisiert hätten, nämlich der hohe Wert der Familie, der Schutz des Eigentums, und der Wettbewerb. Und alle drei Werte seien eng mit dem Wert der Freiheit verknüpft. Daraus kann man schließen: Wer die Familie zerstört, zerstört auch die Freiheit und den Bestand einer Nation. So wie man mit morschen Planken kein seetaugliches Schiff bauen kann, so kann man auch mit zerfallenden Familienstrukturen keine Gesellschaft vor dem Untergang bewahren. Diese Strukturen zerfallen derzeit in der westlichen Welt aber nicht aus Gründen einer Art „innerer Ermüdung“, sondern weil ein Krieg gegen sie stattfindet, ein Krieg des Staates gegen die Familie.

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„Nachruf auf Hans F. Sennholz“

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Hans F. Sennholz – Der große Ökonom verstarb am 13. Juni 2007 im Alter von 85 Jahren

Als wir vor elf Jahren im Rahmen eines General Meetings der Mont Pélerin Society in Wien beisammen saßen, stand seine Emeritierung vom Präsidentenamt der Foundation for Economic Education (F.E.E.) unmittelbar bevor. Deshalb fragte ich den damals 74-jährigen Professor Sennholz, mit was er sich denn danach beschäftigen wolle. Seine Antwort: „Ich werde schreiben, solange der Herrgott mir Zeit lässt und bis mir der Bleistift aus der Hand fällt.“ Genau das hat er getan, unermüdlich und beständig. Noch elf Jahre hat ihm der Herrgott Zeit gelassen. Und bis zum letzten Atemzug hat er geschrieben: Professor Hans F. Sennholz, der am 13. Juni im Alter von 85 Jahren gestorben ist. In den letzten Jahren war ihm noch die Nutzung des Internets zugutegekommen. Seine Website wies mehr als 12 Millionen internationale Aufrufe aus, wodurch sich sein Werk auf der ganzen Erde verbreitete.

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Rezension: „Jörg Guido Hülsmann: Ordnung und Anarchie”

Rezension: „Jörg Guido Hülsmann: Ordnung und Anarchie”

Während seines langjährigen USA-Aufenthalts hat Jörg Guido Hülsmann, Professor für Volkswirtschaftslehre (jetzt Universität von Angers, Frankreich) fast nur in Englisch publiziert, zuletzt sein monumentales Werk „Mises: The Last Knight of Liberalism“. Gelegentlich sind jedoch auch deutsche Aufsätze für verschiedene Zeitschriften entstanden. Diese sind nun in einem Sammelband verlegt worden.

„Ordnung und Anarchie“ ist ein faszinierendes Buch. Vereint es doch – in allgemein verständlicher Sprache – grundlegende Bausteine der Theorie und Philosophie der Freiheit mit aktuellen Streiflichtern auf alltagspolitische Themen wie Rentenreform, Gesundheitsreform, Tarifautonomie, Steuern und Staatsschulden (um nur einige zu nennen). Der Autor steht fest, wie kaum ein anderer Denker der Gegenwart, auf dem Boden der Österreichischen Schule der Nationalökonomie sowie des philosophischen Rationalismus und der Katholischen Soziallehre. Letztere nennt er „den atemberaubenden Versuch, Himmel und Erde im menschlichen Handeln zusammenzubringen.“ (S. 8)

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„Raserei nach Sinn“

Der Sozialphilosoph Roland Baader warnt vor neuen totalitären Ideologien.

factum: George Orwell warnte in seinen Essays und Romanen („1984“, „Farm der Tiere“) vor Totalitarismus. Gerade Intel­lektuelle sind anfällig für totalitäre Ideo­logien wie den Stalinismus, so seine Be­obachtung. Teilen Sie seine Ansicht?

Baader: Ja. Orwell hat geschrieben, dass er mit seinem Buch „1984“ die totali­tären Ideen in den Köpfen der Intellek­tuellen nur „logisch zu Ende gedacht hat“. Er hat auch gesagt: „Einige Ideen sind so absurd, dass nur Intellektu­elle an sie glauben konnten.“ Intellek­tuelle sind aber nicht nur passiv anfäl­lig für totalitäre Ideen; sie gebären sie auch aktiv. Mit und nach der Franzö­sischen Revolution waren alle Schreckensregime der Neuzeit längst von eit­len Denkwerksburschen erdacht und propagiert worden, bevor sie von skru­pellosen politischen Machtfiguren in die Tat umgesetzt wurden. Sprach-Verbrechen gehen den Tat-Verbrechen vo­raus. Der satanische Erfolg des Marxismus und seiner Spielarten mit weltweit vie­len hundert Millionen Toten ist letztlich nicht Marx zuzurechnen, sondern der marxistischen Gefühlslage der schrei­benden und redenden Zunft. Natürlich gilt das nicht für alle Intellektuellen, aber für eine Mehrheit.

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